Skip to content

Ich kandidiere!

Geocaching Das war ja mal eine Überraschung: Passend zum Wochenende kam bei mir Post aus Seattle an. Ich wurde nominiert zum "Geocacher des Monats März" im Blog von Groundspeak. Zu verdanken hab ich das Mic@, dem Geoquasseler aus Berlin, der mich dort vorgeschlagen hat.

Zu gewinnen neben Ruhm und Ehre eine Geocoin, eine Mütze (plattdeutsch: Basecap) und eine von den geocaching.com-Gründern unterzeichnete Urkunde zum an die Wand hängen. Respekt, Groundspeak - einerseits für die lukrativen ausgelobten Preise, andereseits dafür, einen bekanntermaßen geocaching.com-kritischen Kandidaten aufzustellen! Eine neue Mütze brauch ich ganz dringend, die Geocoin will mindestens auf jeden Stammtisch discovered werden und an der Wand ist noch Platz.

Denn die Welt des Geocachings dreht sich nicht nur um die Website aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, mit opencaching.de oder geocaching.ru stehen auch nationale Alternative bereit. Einer der vielen Kritikpunkte an die Amerikaner ist allerdings, dass man dort an Kooperation nicht interessiert ist und die Geocaching-Welt lieber allein bedienen möchte. Die von den Spielern eingestellten Geocaches werden als eigener Datenschatz vermarktet, unfreie Daten sind daher Grundlage des Geschäftsmodells.



Schon 2003 habe ich mit dem Geoclub, der vielen besser als die "grüne Hölle" bekannt geworden ist, ein Forum geschaffen, in dem man über Geocaches frei diskutieren kann. Dies war schon damals auf der Original-Website mit den Notes nicht möglich, ein deutsches Forum stand beim Quasi-Monopolisten nicht bereit. Im Geoclub-Forum hatten Besitzer von strittigen Geocaches dagegen keine Chance, eine Diskussion darüber zu unterbinden.

Da hier auch kritischen Stimmen zulässig waren, musste das offizielle Logo irgendwann weichen, da es nur von nicht kommerziellen Websites verwendet werden darf "in which the Groundspeak Geocaching Logo is placed portrays Geocaching and Groundspeak in a positive light" (so die Logo-Guidelines).

Besonders beliebt ist das sogenannte Spoiler-Forum, in dem gemeinsam die Lösung von Rätsel-Caches erarbeitet werden kann und das damit gelegentlich Missfallen bei deren Besitzern erregt. Wer es nicht lesen will, braucht einfach nur der Gruppe der Spielverderber nicht beizutreten. Tante Google ist übrigens auch nicht in der Gruppe, damit man nicht bei einfacher Websuche schon über die Lösungen stolpert.

Meine Erfindung des Dönerstag im Jahre 2007 (hier ein Video von damals in der Tube) trägt bis heute ihre Früchte: Dieses Jahr sind über 150 Dönerstage im In- und Ausland am Start! Urspünglich sollte es mal ein verteiltes Mega-Event werden, also ein Event in Berlin mit vielen Außenstellen, die dann aber alle das Event in Berlin loggen. Daraus wurde auf Zuruf der obersten Heeresleitung von der anderen Seite des großen Teichs aber nichts.

Trotzdem lebt die Idee weiter! Am Gründonnerstag kann man zum Dönerstag, zu einem Geocaching-Event gehen, egal wo man sich grade in Oster-Urlaub befindet. Von Schanghai bis Seattle war bisher alles dabei und konnte zur Völkerverständigung beitragen. Nur sehr gläubige Katholiken äußerten Kritik an dieser Form des gemeinsamen Abendmahls vor Karfreitag.

Außerdem wegweisend: Die ersten Geocaching-Podcasts. Zunächste hatte ich paar Video-Podcasts produziert. Das Format und der mit dem Medium verbundene Zeitaufwand wurden mir aber schnell zu hoch und ich bin aufs Mikrofon umgestiegen.

Auch hier ist einige an redaktioneller Arbeit zu leisten, um einen ansprechenden Cachetalk zu produzieren. Wir, also meine Gäste im Talk und ich, hatten viel Spaß bei über 100 Ausgaben eines erfolgreichen deutschen Podcasts. Irgendwann wurde die Anzahl an Blogs und Podcasts in Deutschland aber so groß, dass ich für meine Mission keine Notwendigkeit mehr sah.

Und nun liegt es an meinen Freunden (um das Wort mal Facebook-like zu benutzen) mir die Stimme bei der Wahl zum "Geocacher des Monats März" zu geben. Die Wahl erfolgt (für deutsche Verhältnisse gewöhnungsbedürftig) offen, man kann also sehen wer wie gewählt hat. Dazu kann man jede abgegeben Stimme noch hoch- und runtervoten, ersteres beliebig oft, letzteres begrenzt.

Außerdem ist Vertrauen in die Wahlleitung erforderlich, dass die Stimmen korrekt erfasst und ausgewertet werden. Dazu hat das Ganze etwas von einer TV-Casting-Show, eines der menchenverachtendsten Formate die Medien je hervorgebracht haben, aber ich habe keine andere Möglichkeit, als mich dem Spiel zu stellen.

Ich kandidiere! Wählt mich mit einem Kommentar in der Art wie "I vote for moenk!" bitte hier und zeigt den Amis wo der Hammer hängt. Danke.

Klassenbildung beim Geocaching

Geocaching Zu meine Artikel gestern wurde gewünscht, die Klassengesellschaft beim Geocaching farblich darzustellen. Es gibt ja die Anhänger des tradionellen Geocaching, zu denen ich mich auch zähle, andere wollen nur Multicaches nach Art der Schnitzeljagd im Wald machen und wieder andere brauchen knifflige Mystery-Rätselaufgaben.

QGIS kann natürlich auch klassifizieren, als Hintergrund verwende ich in diesem Beispiel die WMS-Luftbilder für Berlin von 2011, die in Berlin der Senat für Stadtentwicklung zur Verfügung stellt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Luftbilder in der Projektion angefordert werden, die auch die darüber liegenden Layer haben, also in diesem Fall UTM 33N.



Der Puffer-Layer von gestern passt dann elegant darüber und lässt sich in bunten Farben nach dem Geocache-Typ klassifizieren.



In meinem Beispiel fehlen dabei Klassen, die in der Ausgangsdatei (PQ als GPX von Groundspeak) nicht enthalten waren. Warum das so ist kann sich der geneigte Leser sicher denken.

Abstand halten beim Geocaching

Geocaching In der grünen Hölle wurde kürzlich gefragt, wie man einfach auf einer Karte sehen kann, wo gemäß der Abstandsregel (eine zehntel Meile darf rund um jeden Geocache kein weiterer Geocache oder eine physische Station eines solchen sein) noch Platz ist.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, so etwas zu machen, ich greife hier natürlich zu QGIS. Damit kann man sich eine PQ (Pocket Query, eine GPX-Datei die für Premium Member von Groundspeak abgerufen werden kann) mit allen traditionellen Geocaches (also wo die Koordinate auf den Geocache zeigt) und den "additional Waypoints" laden.



Da die Angaben hier in Grad vorliegen (auch ellipsoidische Koordinaten genannt) werden diese erst einmal als Shape exportiert um damit arbeiten zu können und dabei als UTM umprojeziert. UTM hat den Vorteil dass man Koordinaten bekommt mit denen man so etwa in Meter rechnen kann. Man muss dafür die richtige Zone auswählen, bei uns ist das 33N.



Wenn man sich nun eine Grundkarte eigener Wahl (ich nehme hier mal OpenStreetMap, es geht auch Google oder was auch immer es sein soll) mit dem OpenLayers-Plugin und danach die Punkte als Shape lädt sieht das schon mal ganz gut und nicht mehr so verzerrt aus. Jetzt können Pufferzonen von 161 Metern rund um die Punkte gebildet werden.



Die Pufferzonen lassen sich nun als Layer über die Karte legen und in Gebieten mit hoher Cachedichte kann man sehr schön erkennen wie dicht die Dosen hier teilweise beieinander liegen.



Mit einer solchen Karte lassen sich Powertrails sehr schön erkennen, ebenfalls Lücken in der urbanen Bedosung. In solchen Lücken kann jedoch trotzdem ein Mystery liegen, dessen Koordinaten erst errätselt werden müssen. Ebenfalls könnte hier ein Multicache seinen Weg entlang führen.

Mein erstes GitHub-Projekt: Osmosis-Layers

Geocaching GitHub baut auf dem Versionsverwaltungs-System Git auf und ist ein webbasierter Hosting-Dienst für Software-Entwicklungsprojekte. Das ganze läuft unter dem Motto: "Social coding".

Also die Ideen die auch hinter Twitter und Facebook (bei mir eher XING) stecken werden aufgegriffen und man kann dann OpenSource-Projekte starten.

Seit ein paar Tagen hab ich auch so eins, einfach mal um das auszuprobieren und weil ich grad Bedarf an etwas habe, was andere vielleicht auch gebrauchen können. Und vor allem wo andere vielleicht interessante Ideen mit einbringen können. Ich bin zwar mittlerweile recht fit in PostGIS und OpenStreetMap, aber trotzdem gibts immer wieder etwas, was ich noch nicht kenne.

Beispiel: Osmosis Layers schnell in QGIS geladen (CC-BY-SA: OpenStreetMap contributors)
Bei meinem ersten GitHub-Projekt Osmosis-Layers geht es darum, die Daten wie sie von dem Programm Osmosis, dem schweizer Taschenmesser für OpenStreetMap-Daten, in die PostGIS-Datenbank gespült werden in nutzbare Layer zu überführen.

Die Geodaten liegen nämlich dann erst mal (einigermaßen) sauber normalisiert und redundanzfrei vor. Darstellen mit den üblichen Werkzeugen wie QGIS, UMN Mapserver oder GeoServer kann man das so aber noch nicht. Hier wird man Layer benötigen, also z.B. einen für die Wasserflächen, die man hinterher blau machen möchte oder Postleitzahlgebiete, um Vertrieblern die Arbeit zu erleichtern.

Noch in meiner Bachelor-Arbeit hab ich festgestellt, dass mir dieser Schritt zu kompliziert ist und deshalb das beliebte osm2pgsql verwendet. Dort werden solche Layer auch erzeugt, denn die erzeugten Daten sind die Grundlage von Mapnik und damit den Karten wie man sie von der OpenStreetMap halt so kennt.

Allerdings wirkt das Format von osm2pgsql auf mich ziemlich vermurkst: Jede Menge Null-Einträge, weil nie alle Spalten der Tabellen verwendet werden, spezielle Attribute müssen in einer Style-Datei auch vorher ausgewählt werden, Relationen werden mit negativer ID in die Daten gemischt und an einige Zusammenhänge kommt man nur sehr umständlich ran.

Daher hab ich mir gedacht, es wäre ein Stapel SQL-Dateien hilfreich, die jeweils einen Layer erzeugen, den man direkt benutzen kann. Darin auch nur die Attribute, die man für die Darstellung braucht um das ganze nicht unnötig aufzublähen. Dazu kommt dann später von mal jeweils eine SLD-Datei, also so ein Stylesheet für Geodaten, damit man eine Vorgabe hat wie die Daten in verschiedenen Maßstäben dargestellt werden können.

Wer Layer mit Geodaten für ArcGis von ESRI braucht, kann sich mit pgsql2shp natürlich auch Shapes von den PostGIS-Layern machen. Ich versuche auch die Feldnamen so kurz zu halten, dass sie auch mit aus historischen Gründen kurzen Feldnamen eindeutig sind.

Wenn alles mal fertig ist müsste man mit wenigen Mausklicks im GeoServer einen Kartenserver (mit WMS, WFS ...) für OpenStreetMap-Karten zusammenstellen können. Bis dahin ist aber immer wieder mal etwas zu tun, es muss ja nicht morgen fertig sein. Und: Jeder ist eingeladen, mitzumachen.

Links verkaufen ist verboten

Geocaching So ganz stimmt das natürlich nicht. Natürlich kann man Geld dafür nehmen, einen Link zu einer Website zu setzen. Das ist nicht gesetzlich verboten, dies ist immer noch ein freies Land.

So etwas lohnt sich unter Umständen sogar, ich kenne Leute die diverse Blogs haben und auf Bestellung Artikel schreiben, in denen dann ein Link enthalten ist.

Der übliche Preis für einen nicht entwerteten Link in einem gut laufenden Blog von der Qualität wie es die meisten engagierten Blogs im Aggregator haben ist fünf bis acht Euro im Monat.

Da werden natürlich einige schwach und wenn man so 50-100 Links nebenbei laufen hat bessert das durchaus das Einkommen auf. Es gibt auch Leute, denen reicht schon ein T-Shirt als Lohn oder die Teilnahme an einem Gewinnspiel. Im Extremfall reicht ein virtuelles Stück Regenwald, was vor dem Abholzen bewahrt wird.

Die Sache hat aber einen Haken. In den Google Webmaster Guidelines (allein das Wort "Guidelines" versetzt Geocacher in blankes Entzücken!) kann man nachlesen:

Google verwendet, wie auch die meisten anderen Suchmaschinen, Links, um den Ruf einer Website zu ermitteln. Der Rang einer Website in den Suchergebnissen von Google basiert zum Teil auf einer Analyse der Websites, die mit Links auf die Website verweisen. Linkbasierte Analysen sind eine sehr hilfreiche Methode, den Wert einer Website zu messen, und haben stark dazu beigetragen, die Qualität von Websuchen zu verbessern. Die Quantität und vor allem die Qualität dieser Links gehen in die Bewertung und somit in das Ranking einer Website ein.

Es gibt jedoch SEOs und Webmaster, die zu diesem Zweck auf den Kauf und Verkauf von PageRanks weitergebenden Links zurückgreifen, ohne dabei auf die Qualität der Links, ihrer Quellen oder die langfristigen Auswirkungen auf die eigenen Websites zu achten. Der Ankauf oder Verkauf von Links, die PageRanks weitergeben, ist ein Verstoß gegen die Richtlinien für Webmaster von Google, der sich negativ auf das Ranking einer Website in den Suchergebnissen auswirken kann.


Dazu passend gibt es etwas, das einige Geocacher als "Blockwart-Formular" bezeichnen könnten:
https://www.google.com/webmasters/tools/paidlinks
Damit kann man Websites anschwärzen, die Links einkaufen, sei es nun für Bargeld oder sonstige Gegenleistungen.

Gerade in Deutschland kann man sich sicher sein, dass das irgendwann auch einer macht. Als Folge fliegt die ganze Website aus dem Index, sie wird dann selbst dann nicht mehr gefunden, wenn man nach dem Domain-Namen sucht. Darum die Bitte: Lasst den Quatsch bitte in den Blogs, die weiter in den News stehen sollen.
tweetbackcheck