Umtaufen lassen

In der realen Welt kann man zum Einwohnermeldeamt gehen und sich dort einen Antrag auf Namensänderung holen. Das kostet dann etwas und man muss die Gründe für den Entschluss gut darstellen.

Bei den Kollegen aus Seattle ist das ähnlich kompliziert, klappt aber durchaus. Früher konnte man sogar seinen Namen online ändern, aber irgendwann wurde das mal abgeschafft. Seitdem ist eine Mail an der Herrscher über die Dosenlistings zu schicken, die die Änderung dann durchführen.

Immer wieder bekomme ich seitdem solche Mails auch - kannst Du im Geoclub meinen Namen Soundso in Diesundas ändern? Teilweise mit menschlichen Geschichten dahinter, die ich gar nicht unbedingt wissen muss. Wo man sich früher im Trennungsfall noch über Haus, Auto und Hund (möglicherweise auch über die Kinder) verständigen musste, kommt heute möglicherweise noch die Frage dazu, wer das GC-Konto behält.

Daher ist es hier ausdrücklich freigeschaltet, dass man seinen Benutzernamen selbst ändern kann. In den Registrierungs-Details kann man neben dem Mitgliedsnamen auch die E-Mail-Adresse ändern. Wichtig dabei: Die angegebene E-Mail sollte funktionieren! Denn dort wird eine Bestätigungsmail hingeschickt, in der ein Link angeklickt werden muss. Und wenn die E-Mail-Adresse dann nicht mehr existiert, kann tatsächlich nur noch der Admin helfen.

Kein Glücksspiel

Mal so aus dem Nähkästchen geplaudert: Da werden mir immer wieder mal so vierstellige Eurobeträge angeboten, damit ich auf dem Portal eine neue Kategorie einrichte. Die soll dann von dem Auftraggeber selbst verwaltet werden können.

Technisch ist so etwas locker möglich. Thematisch waren zwei Vorschläge der letzten Zeit: Potenzprobleme und Glücksspiel. Für erstere würden dann so Links eingetragen wie Penispumpen oder Viagra ohne Rezept aus der Holland-Apotheke, bei zweiterem gehts dann mehr um Poker, Casino Portale, Backgammon und Rubbellose.

Irgendwie sehe ich da nicht so ganz den Zusammenhang zum Geocaching. Natürlich, die Bewegung an der frischen Luft tut dem geneigten Geocacher auf der Suche nach der Dose auch gesundheitlich gut, und wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch. Sicher kann man auch eine Runde Backgammon spielen, während man mit dem Mystery nicht weiterkommt. Vielleicht eignen sich Rubbellose auch als Trade-Items?

Ich hab mich für das Interesse bedankt, freut mich ja dass das Portal auch von Nicht-Geocachern zur Kenntnis genommen wird, aber ich glaub das passt nicht so ganz. Oder gibts vielleicht von dem einen oder anderen doch Interesse an solchen Einträgen im Portal?

Gutes Beispiel

Zappo hat sein neues Ehrenamt mit einer guten Idee angetreten: Also frischgebackener Moderator im Grünrock-Bereich der grünen Hölle legte er einen Fred mit Positivliste an.

In dieser sollen Beispiele für ein verständnisvolles Miteinander von Cacher und den Mitarbeitern von Jagd und Forst gesammelt werden. Das soll zeigen, wie sich die typischen Waldnutzungen mit dem Geocaching vertragen können, unter dem Motto: "Guck, da gehts doch auch!"

Eine schön Idee, die geeignet sein könnte, die angespannte Situation zu entschärfen. Erst kürzlich gab es Pressemeldungen über das Verhalten von Geocachern in Naturschutzgebieten und auch ein Printmagazin der Jägerschaft berichtete negativ über Geocaching.


Journalistischer Tiefgang

Schon öfter ist in der grünen Hölle angefragt worden, ob denn eine Zeitung für Geocacher eine tolle Idee wäre? Und jedesmal wieder stellt der dort vertretene Teil der Community eindeutig klar, dass so etwas so überflüssig wäre wie der Kühlschrank für den Eskimo.

Tatsächlich ist ein Printmedium völlig unpassend für eine so online-orientierte Zielgruppe wie Geocacher, die am liebsten mit papierlosem Geocaching die letzten ausgedruckten Listings und Spoilerfotos vermeidet. Dazu so hervorragend miteinander vernetzt, dass einige Marketing-Experten sich mit ihren Aktionen schnell eine blutige Nase geholt haben.

Die Blogger unter den Geocachern zeigen übrigens journalistischen Ehrgeiz, in einer Zeit wo der Qualitätsjournalismus eher zur Ausnahme wird. Aus Enthusiasmus und frei von der Entwicklung der Newsmedien werden mitunter unbedingt lesenswerte Artikel verfasst.

Die Spannbreite geht dabei von tiefgehenden Analysen bis zur amüsanten Selbstdarstellung. Alles ist dabei, der Newsaggregator sammelt es ein und verschafft ein ausreichend großes Publikum. Natürlich würden die Blogs auch ohne diesen gelesen, keine Frage, aber die Tatsache, dass hier Aufmerksamkeit für ein Blog erzeugt werden kann, weckt auch Begehrlichkeiten.

Mir fallen zeitweise immer mal wieder Blogs auf, die mit Kurzbeiträgen auf Twitter-Niveau versuchen die Zielgruppe für sich zu interessieren. Und da komme ich dann langsam immer in eine Zwickmühle: Auf der einen Seite soll das Ganze ja einigermaßen basisdemokratisch sein, alle sollen mitmachen können. Andererseits muss ich auch auf die Qualität der Beiträge achten, denn die News verlieren sonst an Wert.

Es soll für den Geocacher der die News liest stets ein positives Erlebnis sein, eine Überschrift anzuklicken. Kurzmeldungen dass sich bei einem Event 500 Geocacher angemeldet haben - so ganz ohne Bild, ohne Hintergrundinfos - sind da dann schon grenzwertig, vor allem wenn von diesem Blog ständig dieses Niveau abgeliefert wird.

Daher stelle ich mal zur Diskussion: Wie wollen wir damit umgehen? Sind die Meldungen auf Twitter-Niveau so gewünscht oder sollte der News-Aggregator ausgedünnt werden? Konkret: Was nervt Euch, oder ist alles ok so?

Man spricht deutsh

Es geht nicht um den satirischen Spielfilm aus dem Jahre 1988 mit dem Kabarettisten Gerhard Polt. Der fiel mir nur grad so ein, als ich meine Pasta in den Topf geworfen habe.

Die zehn Minuten bis meine Vollkornnudeln al dente sind kann ich verwenden, um eine ganz irre wichtig tolle Neuigkeit zu verbloggen: Das Geocaching-Portal spricht deutsch.

Das Geocaching-Portal war mal in Stückchenarbeit auf plattdeutsch umgestellt worden. Also die Sprache die die Leute da auf der anderen Seite des großen Teichs sprechen und schreiben. Und die auch ganz nebenbei so die Weltsprache der Geocacher ist die sich die Koordinaten ihrer Plastikdosen von einem Server in Seattle holen.

Hintergrund war der, dass es zu der Zeit wo ich mit dem Portal angefangen habe, kaum deutsche Websites zum Thema Geocaching gegeben hat. Daher auch die .com-Domain, das sollte so ein weltweites Ding werden, also Websites von überall her, appetitlich sortiert angerichtet.

Nur die weltweite Resonanz hielt sich doch etwas sehr in Grenzen. Dafür gibts aus dem deutschen Sprachraum immer mehr Interesse. Da ist es nur logisch, dass ich da mal einen Schnitt mache und das Portal auf deutsch umstelle. Und wenn immer ich grad mal in den Templates bin und noch einen Rest op platt sehe, dann korrigiere ich das auch.

Für eine Weile wird noch so ein denglischer Mischmasch zu sehen sein, aber der größte Teil sollte umgestellt sein. Die internationalen Links bleiben natürlich eingetragen und sind an den Nationalflaggen auch sofort erkennbar. Nur weitere Links aus dem Ausland werden wohl den Weg nicht mehr zu uns finden. Vielleicht gibts ja von der Portalsoftware irgendwann ein sauber internationalisiertes Update.
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