RPA-Kompendium: Alles hyper oder was?

Einen Begriff aus dem RPA-Umfeld hört man öfter mal: Hyperautomation.

Klingt wie ein Buzzword mit dem sich Krawattenträger wichtig tun, aber es steckt mehr dahinter: Ziel der Hyperautomatisierung ist ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem komplette Geschäftsprozesse von Anfang bis Ende automatisiert und flexibel orchestriert werden. Dahinter steckt auch die Idee, alles was sich automatisieren lässt auch anzupacken, sei es dass ein unbeaufsichtigter Roboter den Prozess durchführt oder auch ein Assistent als WebApp situativ unterstützt.

Ein Aspekt sind dabei die verwendeten Automatisierungswerkzeuge: Das beginnt schon mit dem ERP-System (wie z.B. SAP), geht über Modellier-Werkzeuge für Geschäftsprozesse (z.B. Camunda BPMN Modeler), und natürlich RPA-Lösungen (wie z.B. UiPath), betrifft aber auch Aspekte, die viele hier gar nicht auf dem Schirm haben, von Formular-Systemen bis Process Mining, OCR, AI, ML, NLP.

Am Anfang der Hyperautomation Journey wird man sich meist auf isolierte Aufgaben oder Prozesse konzentrieren. Diese lassen sich zwar gut implementieren, der Einfluss auf die Effizienz im Unternehmen ist jedoch eher mäßig, denn es wird versucht, mit RPA nur Teil-Prozesse automatisiert abzubilden.

Faktisch zielt dies meist auf technische Schulden ab, die sich in jedem Unternehmen angehäuft haben: Von Haftnotizen über Excel-Tabellen bis zu undokumentierten Programmen. Für die Hyperautomation ist dies der falsche Ansatz: Statt dessen geht es um messbare Verbesserungen bei allen Geschäftsprozessen.

Hier hilft nur der Blick auf dem kompletten Geschäftsprozess. Analysen mit Process Mining können hier interessante Impulse geben. Dann gilt es aufzuschreiben, wie der Prozess aussieht, vorzugsweise in BPMN. Dabei kann man sehr gut überdenken wie ein Prozess funktioniert und welche Optimierungen sich ergeben wenn man ihn neu definiert. Dazu sollte das Ziel des Prozesses im Fokus stehen und nicht die bisher eingesetzten Werkzeuge, die oft eher Teil des Problems als der Lösung sind.

Am Ende wichtige Aspekte der Hyperautomation: Monitoring, Reporting und Orchestrierung. Hier empfiehlt es sich für das gesamte Unternehmen auf eine einheitliche Lösung zu setzen. Im Monitoring sollten Fehler im Prozessablauf sofort bemerkt werden können. Für ein Reporting sollen Kennzahlen zur Automatisierung auf Dashboards anschaulich dargestellt werden. Und schließlich muss es mit einer gelungenen Orchestrierung einfach möglich sein, menschliche Aktivitäten einfach im Modulprinzip gegen neue Automatisierungen auszutauschen, ohne dass es zu Störungen im Betriebsablauf kommt.
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