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Wenn man keine Ahnung hat

Geocaching Das Zitat von Dieter Nuhr wird immer wieder gern gebracht, auch in Foren.

Wenn der Komiker es verwendet, bringt er damit den Saal zum Lachen. Für die Diskussion in Foren ist es aber ungeeignet. Zum einen ist es schlechter Diskussionsstil, nebenbei auch beleidigend, vor allem aber intolerant. Aber immer der Reihe nach.

Schlechter Diskussionsstil: Die Beiträge einiger Zeitgenossen neigen dazu unsachlich zu werden, wenn die Argumente ausgehen, vor allem auch wenn der Diskussionsstandpunkt nicht rational, sondern emotional, religiös oder politisch vertreten wird.

Da wird dann gern auf die schon aus dem Kindergarten bekannte Taktik des Argumentum ad hominem zurückgegriffen. Dort nennt man das sicher nicht so, aber der Mechanismus ist der selbe: "Du hast doch keine Ahnung" impliziert dass der Diskussionspartner falsch liegt, weil er eh nicht kompetent in der Sache ist, bringt aber obendrein meist keine Argumente.

Überflüssig zu erwähnen, dass so kein produktiver Diskurs geführt werden kann. Der Angegriffene wird typischerweise in eine Verteidigungsstellung gedrängt und der Angreifer (in Foren könnte man sagen Troll) hat das Thema erfolgreich verwässert. Das ist für Außenstehende dann zwar mitunter unterhaltsam wie bei dem Komiker auf der Bühne, ziel führend ist es aber sicher nicht.

Beleidigung: Davon ab schrammt derjenige, der den Spruch mit "Wenn man keine Ahnung hat" nur knapp deswegen an der Grenze zur strafbaren Äußerung vorbei, weil die Aussage recht allgemein gehalten ist und sich nicht explizit auf eine bestimmte Person bezieht. Der Bezug ist oft nur durch den Kontext im Diskurs ableitbar.

Bei Beleidigungen gibts in der grünen Hölle sogar ein dreistufiges Verfahren, mit dem Aggressoren in drei Etappen von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Das es sowas gibt, wird den einen oder anderen erstaunen, da damit recht sparsam umgegangen wird. Es liegt in der Natur der Sache eines Forums, dass auch mal eine Diskussion hochkocht. Einfacher Tipp: Du-Botschaften durch Ich-Botschaften ersetzen.

Auf Dauer darf sich aber niemand beleidigenden Umgangston erlauben. Auch nicht der blonde Hans von der Waterkant, der im übrigen ein netter Kerl ist, wenn man ihn persönlich trifft. Und sogar respektabel Ahnung hat, um mal kurz beim Thema zu bleiben.

Intoleranz: Vor allem aber ist die Verwendung des Nuhr-Zitats erschreckend intolerant. Selbst wenn ich weiß, dass die Äußerung eines anderen falsch ist, oder bezogen auf meinen Kosmos so nicht richtig ist, soll er auch die Möglichkeit haben sich zu äußern. Totschlagargumente gehen hier in die Richtung zu verhindern, dass andere ihre Meinung sagen können, weil man ihr nicht zustimmt bis sie verachtet.

Genau dass soll aber im Forum möglich sein: Jeder soll seinen Standpunkt darlegen können, ohne dafür persönlich angefeindet zu werden. Der Admin im Forum ist kein Kindergärtner, sondern eher so eine Art Hausmeister. Es bringt einfach nichts sich zwischen die Streithähne zu werfen, das macht nur überflüssige Arbeit und schlechte Stimmung.

Sinnvoller ist es, selbst aufzuzeigen wo ein anderer Diskussionsteilnehmer die Grenzen überschritten hat. Das wird durchaus verfolgt und zeitweise wird auch mal einer von der Sorte an die frische Luft gesetzt.

Patchwork

Die Papierstreifen für Micros haben doch was. Lange Zeit hab ich die Auffassung vertreten, dass ein kleines Logbuch doch eleganter für einen Micro wäre.

Das denke ich prinzipiell auch immer noch. Für meine Micros hab ich darum auch immer selbst kleine Logbücher gebastelt. In der alten Anleitung für Magnet-Runddosen-Micros kann man das auch sehr schön sehen.

Aus Faulheit und Zeitmangel bin ich aber dazu übergegangen, eine Vorlage die eigentlich für die Innenseiten gedacht war auszudrucken und in Streifenform aneinander zu tackern. Für den Cache an der Raubritterburg von Marzahn-Hellersdorf kam vor knapp einem Jahr so ein Streifenfussel-"Buch" zum Einsatz.

Vor kurzem dann die NM-Meldung, also vor dem Besuch der Saufsauna eine kurze Cachewartung. Alte Papierrolle raus, Neue rein. Zu Hause dann die Einzelteile spaßeshalber mit Tesla zusammgepuzzelt, hier das eingescannte Ergebnis:



Ich stelle fest: Es ist eigentlich egal, ob man ein Büchlein oder eine Logrolle einlegt. Geloggt wird so oder so. Wenn ein Stückchen fehlt, wird mit eigenem Papier ergänzt. Log-Aufkleber und -Stempel sind mittlerweile nicht mehr so problematisch wie noch vor einigen Jahren, wo sie sehr viel Platz verschwendeten. Die Streifenbücher lassen sich problemlos scannen und verbloggen, während die Büchlein nie wieder angeguckt werden. Und: In Berlin dauert es selbst außerhalb (des S-Bahn-Rings, also kurz vor Brandenburg) nur knapp über ein Jahr bis alles vollgeschrieben ist.

Weitere Anmerkungen und Interpretationen bitte in die Kommentare.

Bring mich nach Hause

Regine the Frühtau hat einen Wartburg als alternatives Cachemobil. Der muss so einer der letzten aus den Werken in Eisennach gewesen sein und deswegen noch lange kein Oldtimer.

Ich hatte das Vergnügen nach leckerer Bewirtung im französischen Sektor in eben diesem Wartburg nach Hause gebracht zu werden.

Zeitweise unterbrochen von einer italienischen Reiseleiterin und passend zum Cachetalk an der früheren Grenze zur DDR gibts daher noch ein paar Details und Anekdoten zum Mercedes des Ostens.

cachetalk079.mp3

Souvenir du bec de canard

Ein Souvenir wird normalerweise als Erinnerung mitgenommen und aufbewahrt, das französische Wort bedeutet soviel wie Erinnerung oder Andenken. Allerdings werden im Unterschied zu einer Trophäe die Souvenirs käuflich erworben.

Kaufen musste wir nichts, als es heute zum Talk mit The Frühtau und Idefixxx zum Entenschnabel ging, auch "bec de canard" genannt.

Hier hatte die Berliner Mauer einen ihrer absurdesten Verläufe. Weil die umgrenzte Fläche des Gebiets so schmal war, dass der für Berlin typische Grenzstreifen hier keinen Platz gefunden hätte, bestand die Grenzsicherung nur aus der eigentlichen Mauer und dem sogenannten Hinterlandzaun.

Darum durften dort nur noch zuverlässige DDR-Bürger (meistens SED-Mitglieder) wohnen, und alle Besucher, auch Handwerker oder Ärzte, bedurften einer Sonderbewilligung. Natürlich kam es hier auch öfter zu Fluchtversuchen.

Der Geocache Vous quittez le secteur français befindet sich an der alten Zonengrenze und war schnell gefunden. Als Souvenir gab es hinterher wegen des Schnaps-Datums dafür die neueste Statistik-Innovation von Groundspeak aufs gepflegte Punktekonto.

Danach wurde bei einem Foundbier von The Frühtau zusammen mit der kleinen Französin geloggt und getalkt:

cachetalk078.mp3

Höllische Treffer

Geocaching Die grüne Hölle wird nach natürlich als solche auch gut bei Tante G. gesucht. Und auch als grünes Forum, was eine bestimmte politische Partei schon auf hintere Positionen verwiesen hat (schwankt aber). Natürlich ist Geoclub und Geocaching-Forum so das was am meisten eingegeben wird.

Ich nehm einfach die Idee vom Projekt Landeier auf und kommentiere mal die nächsten fünf Suchtreffer für Keywords aus den Analytics:

uv taschenlampe - braucht man zum Nachtcache und für einige bestimmte Geocaches. Der Taschenlampen-Papst hat welche im Angebot und auch kürzlich aus seinem Sortiment UV-Lampen verglichen.

caalaro - da wusste ich erst mal gar nicht was diese Abkürzung bedeutet! Das steht für Caches along a route. Alles klar, da kann ich was mit anfangen. Also nicht mit dem Programm jetzt, aber mit dem Keyword.

gcvote safari - da will keiner mit GC-Vote wilde Tiere in freier Wildbahn erlegen, sondern es scheint wohl Bedarf an dem Abstimmungstool vom Bonner Guido für den Browser der Apfel-Computer zu geben.

enigma entschlüsseln - auf den ersten Blick meint man es geht um den sehr bekannten und in der Nordsee versenkten Ratehaken. Aber es sieht eher so aus, als wäre die historische Verschlüsselungsmaschine gemeint. Wie auch immer: Hier könnte das Spoiler-Forum ein Tipp sein! Dafrü muss man sich übrigens erst hier bei den Spielverderbern anmelden.

bernhard hoecker geocaching nickname - also das wäre mir nun doch etwas peinlich danach zu googeln. Wer sein Buch gelesen hat kann anhand der besuchten Geocaches und in Abgleich mit den Tourdaten seiner Bühnenprogramme aus alten Tagen noch recht gut auf den Nicknamen kommen. Mal davon ab dass es eigentlich eh mittlerweile jeder wissen müsste. Aber ich denk es ist korrekter dem Bernhard Hoecker Geocaching als sein privates Vergnügen zu lassen.
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