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Terms Of Use

Geocaching Wenn man bei Groundspeak sein Pocket Queries (also die Abfragen der Wegpunkt-Datenbank) runterlädt muss man das Waypoint License Agreement akzeptieren.

Mal abgehen davon, wie man jetzt dazu steht und ob man das Eigentum von Groundspeak an den Daten für richtig oder falsch hält, kann man sich das Leben sehr viel leichter machen, wenn man das einfach mal so akzeptiert, wie es da steht.

Demnach darf man (vereinfacht dargestellt und so wie ich das verstanden habe): Die PQ auf sein Garmin spielen, eine Kopie der PQ archivieren und die Daten für eigene private Zwecke weiter verarbeiten. Dafür zahle ich meinen jährlichen Beitrag, weil ich noch einigermaßen aktiv beim Geocaching bin und so die Waypoints faul auf mein Oregano schieben kann.

Nicht erlaubt ist es, die Daten irgendwie weiter zu verbreiten. Deshalb ist es in der grünen Hölle auch nicht zulässig, Teile oder ganze PQs oder daraus abgeleitete Dateien zum Download anzubieten. Entsprechende Beiträge werden deshalb auch in den Mülleimer verschoben oder der Download-Link entfernt.

Das klingt erst mal hart und unfreundlich, aber dahinter steckt aber auch Strategie. Das ist so wie mit Microsoft und den Raubkopien. Bill Gates soll mal gesagt haben, ihm wäre eine raubkopiertes Windows lieber als ein Linux auf irgendeinem PC. Ob's stimmt weiß ich nicht, aber möglich wäre das.

Wenn Groundspeak sich so pingelig mit deren Daten anstellt, dann muss ich mich doch nicht legal weit aus dem Fenster lehnen, um doch noch mit deren Sachen spielen zu können. Ihr wollt nicht dass ich dies und das damit mache? Denn eben nicht. Statt dessen greif ich eben auf Daten zurück, bei denen das was ich damit machen will auch möglich ist.

Ein Beispiel ist der Event-Kalender. Ich könnte eine PQ für Deutschland mit allen Events anfordern und die dann in den Kalender laden. Darf ich aber nicht. Denn eben nicht, nehm ich die von Opencaching. Die sind zwar auch nicht so richtig open, also ich musste schon eben abmachen dass ich die so verwenden darf, aber immerhin war das einigermaßen unbürokratisch möglich.

Im übrigen denke ich auch die Jahre mit dem jährlichen Beitrag sind bei mir auch langsam gezählt. Ich schiebe eher aus Gewohnheit noch die paar Euro jährlich mit PayPal über den großen Teich. Was soll's, jeder andere Sportverein in dem man noch Mitglied ist kommt einem teurer. Aber statt zu jammern und zu versuchen die Terms of use zu umgehen sollten wir uns mal eher dran machen, die Alternativen sinnvoll zu nutzen. Und damit sparen wir dann nicht nur irgendwann den jährlichen Beitrag.

Presse-Anfragen

Geocaching Wie schon im letzten Cachetalk und überhaupt schon öfter erwähnt, ist die sogenannte Saure-Gurken-Zeit wenn Politiker und andere Leute Urlaub machen auch die Zeit, wo bei mir die Anzahl der Presse-Anfragen deutlich zunimmt.

Ist ja auch klar. Als Webmaster der größten deutschen Community stehe ich da in vorderster Linie. Die Rolle teile ich mir mit Jörg von der deutschen Wanderjugend. Wir sitzen da immer etwas zwischen den Stühlen. Zwar braucht Geocaching keine Werbung, aber wir wollen ja auch nicht unhöflich sein.

Das amerikanische Unternehmen Groundspeak ist übrigens ein kommerzielles Unternehmen und verdient mit seinem Produkt Geocaching sein Geld. Presse-Artikel sind dort als kostenlose Werbung natürlich gern gesehen, es gibt auch extra eine Kategorie Geocaching in the News, in der aber Artikel der deutschen Presse kaum wahrgenommen werden.

Im Gegensatz zu anderen Geocachern, die deutlich mit einem No-Press-Logo auf Blogs und anderen Internet-Seiten zum Ausdruck bringen, dass sie an einer Kooperation nicht interessiert sind, sehe ich das etwas differenzierter. Gegen interessante Artikel habe ich nichts einzuwenden, aber zum x-ten-mal die Freak-Gruppe oder Familie auf Schnitzeljagd (wer jagd hier eigentlich Schnitzel? hängt mir auch zum Hals raus.

Es so ziemlich die fantasieloseste Idee vorzuschlagen, "wir gehen da mal mit wenn ein paar Geocacher interessante Schätze suchen". Mal davon abgesehen, dass GPS und Geocaching nicht interessant ist, es geht einfach nur irgendwohin raus und meistens sind es nur Plastikdosen an Baumwurzeln, im Busch oder hinter einer Leitplanke.

Wirklich spannende Geocaches darf man schon wieder gar nicht zeigen, weil das genau die Spannung nehmen würde. Außerdem haben Geocacher an einigen Orten auch nichts zu suchen und werden sich dabei schon mal gar nicht begleiten lassen.

Besserer Ansatz: Selber ausprobieren. Dabei ist man zwar auch nicht davor sicher, so einen Murks wie Akte 2010 von SAT1 zu produzieren, wo mit Metallsuchgerät, Spaten und eindeutig erkennbarer Inkompetenz im Handling eines Garmin etrex Vorgartenbesitzer dumm angequatscht wurden.

Warum nicht mal selbst einen Geocache im Namen der Redaktion verstecken? Ein paar Werbegeschenke und einen große Plastikdose werden sich samt Logbuch doch wohl irgendwo finden lassen. Dazu ein paar schöne Bilder vom Geocache machen, die GPS-Koordinaten messen und alles zusammen im Artikel veröffentlichen. Später kann man dann auch berichten, wie viele Leser den Geocache gefunden und sich in das Logbuch eingetragen haben.

Und die Pressearbeit einiger Schreiberlinge geht nun wirklich gar nicht mehr. Da ruft ein Mitarbeiter einer Zeitung an, und fragt nach regionalen Kontakten. Der wusste gar nicht dass ich letzte Woche schon mit seinem Kollegen gesprochen habe. Da frag ich mich nur noch: Reden die noch miteinander? Das ist aber glücklicherweise die Ausnahme.

Dann kommen noch die Praktikanten, Volontäre und freien Journalisten, die ja auch irgendwie Output produzieren müssen, teilweise auch die Themen verwerten sollen, die sonst keiner machen will. Den allen steht frei, sich mit ihrem Anliegen im Geoclub zu melden. Da gibts regionale Geocaching-Foren, wo man fragen und sich ein blaues Auge abholen kann, aber die Chancen stehen noch gut, dass man jemand zum spielen findet.

Dazu müssen dort auch keine Kontaktdaten angegeben werden, jeder der sich im Geoclub anmeldet kann persönliche Nachrichten empfangen. Dazu muss man dann auch dranbleiben, bei einigen reichts nicht mal dafür, nach einiger Zeit noch mal reinzuschauen und die Reaktionen zu lesen.

Die richtig Harten gehen in den Garten, genauer in Biergärten, wo zu dieser Jahreszeit regelmäßig mit vielen Geocacher größere Treffen, die sogenannten Geocaching-Events, stattfinden. Die passen vielleicht terminlich nicht zur Deadline des Artikels, aber das lasse schon ansatzweise als investigativ gelten, vor allem reden wird nicht über, sondern miteinander.

Was mich persönlich angeht: Bevor mich jemand fragt, ob wir da was machen wollen erwarte ich, dass da mal ausführlich gegoogelt (lernt man doch sicher als Journalist?) und was da so an Berichten schon existiert zur Kenntnis genommen wurde. Ich will da kein "Ach, die haben da auch schon was drüber gebracht? Wann war das denn?" zu hören bekommen.

Dazu sollte dann eine frische Idee kommen und sichergestellt sein, dass das was wir da machen auch gebracht wird. Um Bilder zu machen und schön was vorzubereiten was dann in den Archiven von Axel Springer landet ist mir meine Zeit zu schade. Die heb ich mir dann auf für Aktionen, wo es sich auch lohnt etwas brauchbares zu produzieren wie für n-tv.
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