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Zerknirscht

Spannende Frage: Was ist das hier? Sowas kennen vermutlich nur Moppedfahrer. War immer an meinem Cachemoped seit es den kuscheligen Carportplatz in Oldenburg gegen einen Berliner Hinterhof eintauschen musste:


Heute morgen war ich dann etwas eingeparkt und musste mich mal eben wegschieben. Ganz schlau natürlich das Teil noch dran. Hinten übrigens, vorne klappt bei dem üblichen Parkplatz ganz schlecht. Außerdem soll das gefährlich sein das vorne zu vergessen weil man sich damit ganz gefährlich hinpacken kann. Und so ein quietschgelbes Spiralband als Gehirnstütze kommt mir da schon mal gar nicht an den Lenker.

Ich also versucht wegzurollen und es hat geknirscht. Scheint aber soweit beim japanischen Edelmetall alles ok zu sein. Nur das Ding geht nicht mehr zu. Und wenn ich es zubekomme, dann womöglich nicht mehr auf. Dann lasse ich das doch lieber weg. Jetzt weiß ich auch warum der Typ bei Tante Louise mich angegrinst hat und gefagt ob ich einen Roller hätte. Also ein Fall für den Schrott, vielleicht mach ich auch einen TB draus.

Aber mal an alle die wissen, was das ist: Was nehmt Ihr denn so? Und wie nimmt man das elegant mit ohne dass es klappert wenn man es nicht in die Tasche stecken kann und auch keinen Koffer hat?

Rudelcachemobil

Die IAA zeigt wie immer schöne Frauen und schnelle Autos - Garmin, seinen Zeichens Weltmarktführer bei Dosensuchgeräten, bietet mit seiner neuesten Entwicklung ein Herz für Geocacher ohne Cachemoped.

Der Slipstream-Bus garantiert einem Rudel Geocacher eine bequeme Fahrt von Cache zu Cache. Garmin schickt den sportlichen Kollegen Kevin vor der in einem Tubenfilm sehr eindrucksvoll die Features des neuen Produkts zeigt:


Vom komfortablen Sofa bis zur Einbauküche ist alles an Bord. Damit entfallen zeitraubende Pausen bei der goldenen Möve. Natürlich fehlt eine Musikanlage für Dosensongs genauso wenig wie ein fettes TV-Set um die Videos aus Nordfriesland zu gucken. Für die Bessercacher gibts genug Ablagen für die T5-Seilschaften und auch eine Dusche um sich vom Lostplace-Staub zu befreien.

Etwas bedenklich stimmt mich die Formulierung "Race", die der Kollege öfter verwendet, denn Geocaching wird von einigen ja auch zur Entspannung betrieben! Außerdem wird mir in dem Video zu viel gesundes Essen und Getränke präsentiert, etwas Knabberkram und eine Zapfanlage sollte man zumindest gegen Aufpreis ordern können.

Einstiegshürden

Immer wieder kommt mal die Frage auf, ob neue Geocacher erst bestimmte Voraussetzungen erfüllen sollen müssten, bevor sie ihren ersten Geocache legen dürfen. Grad wieder kam aus Bayern ein Geocacher mit einem solchen Gedankenspiel zur Cachequalität um die Ecke.

Der Gedanke, die Möglichkeit die erste Dose zu verstecken an bestimmte Voraussetzungen zu binden ist schon ziemlich alt und wird immer wieder mal aufgebracht. Gängige Vorschläge sind da dass man erst ab 100 Caches loslegen darf, oder man braucht eine Empfehlung eines etablierten Geocachers oder im schlimmsten Fall eine Prüfung (wie auch immer die aussehen soll).

Nein, so geht das nicht! Geocaching ist ein freies Hobby. Der Anfänger darf auch Fehler machen und sogar völligen Mist bauen. Daraus kann man lernen, davon abgesehen gibts Reviewer die die Spielregeln kontrollieren und mehr ist nicht erforderlich. Da werden keine weiteren Vorschriften gebraucht.

Der Owner bekommt Rückmeldung über die Logs, natürlich nur von Geocachern die auch Eier für mehr als ein Kurzlog in der Hose haben um zu schreiben wenn das Kunstwerk nicht gefallen hat. Zumindest über GC-Vote können auch die Feiglinge ihr Kreuzchen machen. Und schließlich kann man sich als Geocacher auch vorher angucken von wem man da einen Cache machen will und Qualitätscaches von Geocachern mit einem guten Ruf bevorzugen.

Bei Erstlingswerken kann man doch erst mal andere gucken gehen lassen. Ein Grund auch warum ich mir die FTF-Hatz spare: Ich warte erst mal das Feedback in den Logs ab und guck mir den Vote-Level an. Die Einstiegshürden und damit die Freiheit den erste Geocache zu legen für Newbies zu erhöhen ist jedenfalls für mich kein sinnvoller Ansatz. Wer bei Geocaches enttäuscht ist, hat meist selbst schuld.

Kettenreaktion

Das Fahrrad hat sie, sogar manche Roller, und mein Cachemoped auch: Die Kette. Da fliegen Menschen zum Mond und die Kraftübertragung zwischen Getriebe und Hinterrad geht immer noch mit der geschmeidigen Technik wie bei Opa.

Ok, es ist schon ein Hightech-Produkt, so mit O-Ringen drin die keinen Dampfstrahler mehr abkönnen, aber intern dauerhaft geschmiert sind und nur die Innenseite braucht immer wieder mal etwas Kettenspray. Übrigens kein Fett aus der Spraydose sondern eher ein fettiger Klebstoff. Mein Kettenfett ist sogar weiß damit ich keine Stelle beim nachlegen vergesse.

Und die Spannung muss man auch regelmäßig kontrollieren. Sitzt die Kette zu fest, verschleißen Ritzel und Kettenrad, vor allem kann die Kette aber sogar bei Bodenwellen reißen. Ist sie zu locker, springt sie im harmlosen Fall nur beim Ritzel über, im ungünstigsten Fall aber vom Kettenrad und man packt sich damit ganz gefährlich hin.

Alles aber kein Thema so lange man die Kette spannen kann. Ist auch ganz einfach, Kettenspanner wie bei Omas Hollandrad nachziehen und es passt wieder. Irgendwann ist damit aber vorbei, dann kann man fast nach jeder Tankfüllung nachziehen. Merkt man sofort an der Kettenreaktion wenns soweit ist: Die Kette fängt unter Last am unteren Trum immer wieder an zu schlagen.

Soweit wars grad bei mir. 20.000 Kilometer etwa hat sie gehalten, das kann bei meiner Fahrweise schon sein. Zu blöd nur, dass das Cachemoped-Event des Jahres grad heute war! So schnell krieg ich natürlich keinen neuen Kettensatz und erst recht nicht montiert.

Glücklicherweise hatte Kai977 grad heute auch zu einem Geocaching-Flashmob mit Wasserschlacht geladen.



Hatte ich zwar eigentlich nicht auf dem Plan, ich weiß auch nicht was Geocaching nun mit Flashmobs zu tun haben soll, aber doch: Das hatte was. Das war einfach eine kindische Riesengaudi, bei der ich wasserfest verpackt das Vergnügen hatte meinen Frust über das verpasste Mopedevent wirksam zu kompensieren.

Geocacher aus Berlin und zugereist aus Braunschweig, Schleswig-Holstein und der Schweiz waren mit dabei. Der klassische Flashmob wurde so als Geocaching-Event zurechtgemacht. Insgesamt bestrachtet eindeutig eine gelungene Veranstaltung, die es nun in Berlin wohl auch öfter geben soll.
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