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Let's get ready to Mumble

Software Selten hat mich ein Stückchen Software so begeistert wie Mumble. An sich ist ist es nichts Spektakuläres mehr, über das Internet miteinander zu sprechen. Seit Skype kennt wohl jeder die Möglichkeit, ein Headset aufzusetzen und damit zu telefonieren.

Seit einiger Zeit hab ich nun abends auch so ein Ding auf. Ich telefoniere aber nicht, sondern ich benutze eine Konferenz-Software, die den Eindruck vermittelt, man säße in einem Konferenzraum (oder nennen wir es Stammtisch oder was auch immer) und spräche miteinander. Das ganze hat etwas von einer Runde auf einem Funkkanal, die Gesprächspartner sind aber nicht zufällig, sondern von ähnlicher Interessenslage, in meinem Fall gehts um Geocaching.

Erfunden wurde die Mumbelei eigentlich für Spieler, die sich durch dreidimensionale Labyrinthe hetzen um ihre Cybergegner zu zermetzeln. Da sollen vergleichbare Lösungen wie Teamspeak den Nachteil einer schlechteren Verständlichkeit und vor allem einer längeren Laufzeit (Latenz) gehabt haben - Sekundenbruchteile, die wohl über virtuelles Leben und Tod entscheiden können.

So stressige Spielchen sind zwar nichts für mich, aber ich habe mir vor zwei Monaten für kleines Geld auch einen Mumble-Server gemietet, auf dem abendlich nun die Geocacher live die aktuellen Geocaching-Themen durchzugehen. Soweit dazu was ich damit mache, nun mal lieber zur Technik.

Man kann sich einen Client für den Mumble-Server für verschiedene Systeme (Windows, Mac, Linix) kostenlos herunterladen wie es bei Open Source üblich ist. Der verbindet sich über einen TCP-Port (64738, C64-Veteranen werden sich erinnern!) mit einem Mumble-Server. So ähnlich wie man es vom IRC kennt, es sind daher keine speziellen Verrenkungen auf der Firewall erforderlich, allerdings ist die ganze Kommunikation SSL-verschlüsselt.

Man kann dann sein Headset für sprachgesteuerten Betrieb mit einem Assistenten konfigurieren. Das braucht man aber nicht, wenn das Headset funktioniert (Stecker, Treiber, Einstellung), was für die meisten das größte Problem darstellt, kann man sofort mitmachen. Die Taste um zu sprechen ist frei wählbar und ein kleines rotes Icon zeigt wenn man "on air" ist.

Das Feature der Sprachausgabe kann man übrigens auch abschalten, besonders URLs die man mal während der Konferenz kurz durchreicht (auch das geht, wird bei Messengern wie ICQ ja auch gern gemacht) hören sich vorgelesen doch sehr merkwürdig an.

Wenn man keinen eigenen Server hat kann man einen der Server wählen, die der Client in einer Liste so anbietet. Auf jeden Fall müssen sich Benutzer, die miteinander sprechen wollen dem selben Server verbunden sein und sich auf dem gleichen Kanal befinden. Wer Linux-Kenntnisse und einen Root-Server hat wird sich vielleicht auch den Mumble-Server, der übrigens Murmur heißt selbst schnell installieren können.

Was mich besonders begeistert am Mumble ist die Sprachqualität, die eindeutig besser als das ist, was man vom ISDN her kennt. Interessanterweise funktioniert das sogar dann in dieser Qualität, wenn jemand ein Modem benutzt! Das liegt an dem verwendeten Speex-Codec, der obwohl frei verfügbar eine beachtliche Qualität bringt.
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