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Fax-Empfang "small & simple" mit mgetty

Linux Seit ein paar Monaten hab ich mal wieder einen Server. Linux natürlich, obwohl oder gerade weil ich mich als MCSE mit Windows-Servern durchaus auskenne. Davor hatte ich die fromme Idee, Energie zu sparen und ein Fujitsu Storagebird statt eines dedizierten Servers laufen zu lassen. Das ist an sich keine schlechte Lösung, wenn, ja wenn diese Festplatten mit Ethernet-Interface nicht so grottig lahm wären, dass es keinen Spass mehr macht mal eben ein bis zwei Gigabyte Backup auf den Server zu schieben. Also musste doch wieder ein lärmender, stromfressender Server in den Heizungsraum.
Mit der Installation von Suse 10.2 hab ich dann auch ein altes USRobotics Faxmodem (gabs für einen Euro bei ebay) als Faxserver installiert, die Telefonanalage lag einfach zu nah. Hylafax sollte es sein, das gilt so als die Empfehlung für Linux und ist bei der Suse auch gleich dabei. Der Hylafax-Server ist schon eine durchdachte Lösung, man kann mit Windows-Clients auch komfortabel faxen, wenn denn erst mal alles läuft. Die Konfiguration ist aber schon reichlich fummelig, es gibt zwar ein Setup, das die notwendigen Einstellungen vornimmt, aber man sollte schon alles gleich richtig eingeben: Wenn man hinterher etwas ändern möchte, muss man doch wieder in die Konfigurationsdateien eingreifen. Vor allem wenn man Wünsche wie "warte nicht auf das Freizeichen an der Telefonanlage und wähle gleich eine 0 vorweg" hat - zu alten FIDO-Mailbox-Zeiten sagte man "ATX3DT0," dazu.
Selten gibt es bei Linux den Fall, dass man nur das eine, aber nicht das andere Programm gleichzeitig installiert haben kann. Hylafax und mgetty/sendfax sind zwei solche Programme. Nun kenne ich mgetty schon sehr lange, in Linux-Gründerzeiten gab es dieses Programm schon, und es ist immer noch installierbar. Will man damit faxen, möglicherweise gar von Windows-Kisten, wirds mindestens genauso eine Frickelei wie bei Hylafax. Aber nur für den Fax-Empfang ist die Konfiguration völlig einfach. Nach der Installation wird der mgetty einfach mit dem vorbereiteten Eintrag in der Inittab aktiviert.
Da muss auch nichts groß konfiguriert werden, mgetty findet das Modem und wartet auf Anrufe (ok, die Schnittstelle muss man schon angeben, und alles unter der Voraussetzung, wir reden von richtigen Modems, so mit seriellem Kabel und externen Netzteil). Einzige Hürde ist das Skript "new_fax", mit dem die eingehenden Faxe an einen oder mehrere User gemailt werden. Mit diesem Skript kann man sich selbst ausdenken, was mit einem eingehenden Fax passieren soll, aber Weiterleitung als Anlage einer E-Mail ist so die übliche Variante. Es liegen auch diverse Skripte bei, meine Wahl ist das unter den Beispielen als "new_fax_mime4" im mgetty-Paket enthaltene. Dazu muss man dann noch die Pakete "netpbm" für die Konvertierung der Grafiken und "metamail" für die Konvertierung der Faxe als MIME-Attachment nachinstallieren.
In der installierten Form ist mgetty eine bestechend schlanke Lösung: Das ausführbare Programm hat keine 100 KB, die Konfiguration für Linuxer sehr naheliegend, für alle anderen in den /etc-Dateien gut dokumentiert. Wenn es nur darum geht, auf einem Server Faxe entgegenzunehmen, ziehe ich mgetty dem fetten Hylafx-Paket deutlich vor.

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